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Comments

Robert, 03-03-10 21:45:
Sehr geehrter Herr Dr. Berninger,
Ihr Kommentar erscheint mir überaus einleuchtend. Nachdem die PIIGS Staaten einen großen Einfluss auf die Politik und wahrscheinlich Frankreich auf ihrer Seite haben, wird ihre Einschätzung wahrscheinlich zutreffen. Da ich den Euro geshortet habe, wäre das ganz in meinem Sinne. Anderseits frage ich mich dann, wie lange das (laxe Geldpolitik, Zahlmeister, geringes pol. Gewicht in der EU) der deutsche Bürger und Steuerzahler noch mitmacht. Es wird einige Zeit dauern, aber wenn der deutsche Mainstreambürger einmal in Bewegung kommt, können ernsthafte politische Verwerfungen die Folge sein. Dann könnte eine kleine Unterbrechung im Zahlungsverkehr wie eine Initialzündung wirken.... und dann ist es aus mit lustig. Dieses Problem kann in Kürze auftreten, wenn die PIIGS Staten defaulten und dann die Kreditwürdigkeit und damit der Geldverkehr der dt. Banken zusammenbricht. Deshalb werde ich meine Position auch nicht zu lange ausreizen.

Grüße

fat_bob_ger
AL11O, 03-03-10 23:00:
Es wäre dann Goldman Sachs zweiter Finanzputsch! Es ist das Heranschleichen des skrupellosesten und menschenverachtenden Systems, das die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat. Geführt durch einer brutalen Elite, die nach folgendem Motto handelt: "Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft, nicht mehr zu geben". Ein sehr gefährliches Spiel... Wie werden die Menschen reagieren? À propos "Politiker sponsoring": Wieviele Politiker - die P.... dieser Elite - soll ich in Zukunft schmieren, um eine Arbeit für ein dezentes Leben zu bekommen?
Es wird leider in einer grausamen Rebellion enden und - hoffentlich eines Tages - mit dem Sieg der Humanität.
Tuesday 02. March 2010 15:10 Age: 148 days

Der nächste EZB Präsident kommt wahrscheinlich von Goldman Sachs

Zur Zeit herrscht ein Streit um den Vorsitz der EZB. Dieser wird wahrscheinlich an den aus Italien stammenden Mario Draghi oder den deutschen Axel Weber gehen. Draghi, war früher bei Goldman Sachs beschäftigt.    
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Eine Investment Bank bestimmt scheinbar fast alles, was in der Wirtschaft passiert. Goldman Sachs ist nicht nur eine der mächtigsten Investment Banken, sondern auch eine Schmiede für Elite-Positionen. So war nicht nur der frühere US Finanzmisnister Hank Paulson sondern auch EZB Ratsmitglied Mario Draghi bei Goldman Sachs beschäftigt.

Die früheren Beschäftigungen lösen dabei immer wieder Unwohlsein der Bürger aus. So kam Paulson in den Verdacht, seinen ehemaligen Arbeitgeber zu begünstigen. Bei der Bankenrettung in 2008 musste er dann sogar darum ersuchen, legale Barrieren hierfür aus dem Weg zu räumen.  Denn eigentlich war es ihm untersagt Geschäfte mit Goldman zu tätigen. Zur Rettung der Allgemeinheit musste aber auch Goldman Geld und bestimmte Sonderrechte (zum Beispiel eine kommerzielle Bankenlizenz) ohne Gegenleistung erhalten. All dies wurde dann vor dem Kongress in Länge besprochen, aber an den Tatsachen ändert es nichts. (Pikant ist übrigens der Fakt, dass Goldman das geld grosszügig zurückgegeben hat, aber die Bankenlizenz behalten will.)

Es sieht so aus, als hat Goldman seine Arme in alle Bereiche des wirtschaftlichen Lebens ausgestreckt. Es gibt kaum Spitzenleute aus der Finanzwirtschaft, die nicht von Goldman kamen, so scheint es. Ob dies reiner Zufall ist? Sicherlich ist es aber so, dass es ein ideales Netzwerk von ehemaligen Goldman Mitarbeitern gibt. Viele Munkeln, ein inoffizielles Netzwerk, in dem sicherlich nicht nur Informationen wie Kochrezepte ausgetauscht werden, doch bestätigt hat dies bisher niemand. Es ist aber anzunehmen, dass ein und der selbe Arbeitgeber zwischen Menschen eine Art Zusammengehörigkeit schafft. 

Beunruhigend ist nur, dass Hank Paulson kein besonders glückliches Händchen bei der Rettung des Staates hatte. Seine Geldgeschenke an die Banken haben das Problem der Krise nur aufgeschoben. Gelöst ist all dies bisher nicht.

Wenn Mario Draghi die Wahl zum EZB Präsidenten gewinnt, dann stellt sich die Frage, wie er mit der Griechenland Frage umgeht, denn schließlich hat sein alter Arbeitgeber der Regierung beim Mogeln geholfen. Auch muss man sich fragen, ob die Geldmenge dann nicht noch weiter nach amerikanischem Vorbild ausgeweitet wird. Dies wäre das Ende der deutschen Wirtschaftsphilosophie.

Natürlich gibt es auch Kritikpunkte an Weber. Er hat zum Beispiel als Falke im EZB Rat die Zinsen nicht schon frühzeitig stark abgesenkt, sondern im Gegenteil erhöht. Lucas Zeise von der FTD kritisiert dies, aber ohne Daten zu nennen. Das kann selbst der dämlichste Blogschreiber, da braucht man nicht extra einen Kolumnisten zu bezahlen. Die FTD scheint mir hier wieder einmal einen amerikanischen Standpunkt einzunehmen. 

In Wahrheit ist es aber so, dass Weber die deutsche Wirtschaft vor einem Kollaps gerettet hat. Das zeigen die Daten. Die hohen Importpreise von Öl und Commodities wurden durch den höheren Eurokurs in 2007/8 begünstigt. Die deutsche Exportwirtschaft hätte zu dieser Zeit ohnehin stark unter den Verschiebungen am Markt gelitten. Hätte die EZB die Zinsen gesenkt, dann wäre es in Folge zu dramatischen deflationären Schocks gekommen. (Hier glauben viele irrtümlich, dass dies sofort Inflation auslöst)

Die hohen Zinsen haben zudem Fehlspekulationen der Wirtschaft verringert. Das Problem war ja gerade eine Überhitzung der Wirtschaft. Insbesondere eine zu starke Exportausrichtung der deutschen Wirtschaft. Mit der Zinspolitik der EZB wurde einiges erreicht:

  1. Wurde die spanische Immobilienblase angehalten. In Folge der dann folgenden niedrigen Zinspolitik kam es nicht zum Platzen, sondern zum bisher langsamen Abbau der Blase
  2. Deutsche Exporte wurden leicht abgeschwächt, die Wirtschaft konnte sich also besser auf die Herausforderungen der Krise einstellen
  3. Lagerbestände wurden abgebaut. Dies ist besonders wichtig, da hohe Lagerbestände in Krisen Deflation und Supply-Destruction auslösen.
  4. Floß Kapital in die Eurozone, da die Währung als stabil angesehen wurde. Das Gegenteil erleben wir jetzt, da wir eine Niedrigzinspolitik haben!
  5. Hat es Ländern wie Spanien die Grenzen gezeigt. Die spanischen Banken fingen zum Beispiel in 2007 an das amerikanische Modell zu kopieren und Schrottanleihen bei der EZB zu parken. Im Tausch gegen Euros. 

Im Endeffekt haben die Falken in der EZB genau das getan was getan werden musste, um das abzuschwächen, wofür Deutschland (in der FTD) immer kritisiert wird. Sie haben den Export leicht zurückgestuft und Bedingungen für das Ankurbeln der heimischen Wirtschaft geschaffen.

Nun, was lernen wir aus der Diskussion um die EZB? Wenn man heutzutage noch todsichere Tipps geben kann, dann heißt dieser Tipp JPMorgan oder Goldman Sachs. Dies sind die Firmen bei denen man arbeiten sollte.


Links: FTD www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-zeise-bloss-nicht-axel-weber/50082412.html

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Posted in: Financial Crisis, Politik

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