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Friday 12. March 2010 11:34 Age: 138 days

Der Euro ist tot – Die Ermordung eines Erfolgsmodells

    Die europäische Idee und der Euro gehen momentan verschiedene Wege. Die heftigen Diskussionen um Griechenland zeigen auf, dass der Euro in seiner derzeitigen Form eigentlich nicht mehr zu retten ist.
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Diskussionen und Talkshows mit Wirtschaftswissenschaftlern kommen immer zum gleichen Ergebnis. Das Ende der Währungsunion in seiner jetzigen Form ist greifbar nahe und wirkliche Auswege aus diesem Desaster gibt es nicht.

Vor Jahren schon warnten die Euro Kritiker, dass die Zeit der Bewährung auch für den Euro anbricht. Während der Wachstumsphase waren die Bedürfnisse der Länder nicht zu unterschiedlich, doch jetzt ist das anders. Es gibt schwache und starke Wirtschaftsräume in der Eurozone, und eben diese Unterschiede bedürfen einer unterschiedlichen Finanz- oder Geldpolitik. Die gemeinsame Geldpolitik wäre durchaus möglich gewesen, solange man sich konsequent an seine Vorgaben gehalten hätte. Somit hätte es nicht soweit müssen. Der Wendepunkt für den Euro ist jetzt erreicht und auf das Verschulden seiner Kontrolleure zurückzuführen.

Der Euro wurde leichtfertig aufs Spiel gesetzt, von seiner Zentralbank und seinem Währungskommissar. In den Verträgen war nicht ohne Grund klar geregelt, dass Eurostaaten ihre Defizite unter drei Prozent halten müssen. Die massive Ausweitung der Defizite über diese Grenze hinaus wurde aber zunächst erst durch die Niedrigzinspolitik der EZB möglich. Diese richtete sich seit 2007 an den Bedürfnissen der großen Euroländer aus, deren Banken pleite waren und durch Umverteilung von arm nach reich gerettet wurden. Die EZB greift seit 2007 aktiv seinen Bürgen in die Tasche und ist treibende Kraft dieser Umverteilung. Dies merken vor allem die vielen mittelständischen Unternehmen und Selbständige, die unter der von der Zentralbank generierten Deflation leiden.

Doch das Hauptverschulden liegt bei dem Spanier Joaquim Almunia. Er hätte als Währungskommisar schon längst Defizit Verfahren gegen mehrere Staaten einleiten und auch durchführen müssen. Doch hat er  dies nicht getan. Kein Land hat jemals wirklich auf Geld aus dem Euro-Säckel verzichten müssen, obwohl viele Länder die vertraglichen Vereinbarungen nicht einhielten. Die Folge war eine Ausweitung der Defizite weit über die vertraglich geregelten Limits. Somit hat man schon in der Vergangenheit den Verträgen zur europäischen Währungsunion einen empfindlichen Stoß versetzt. Die Glaubwürdigkeit wurde nach und nach aufgeweicht. Aber man soll sich nicht täuschen, auch Deutschland trägt hier gravierende Schuld, denn die Diskussion um die Aufweichung der Maastricht Kriterien wurde von Deutschland angestrebt und umgesetzt. Die Stabilität und das Vertrauen in die gemeinsame Währung wurden seit Jahren ausgehöhlt.

Jetzt wird vor allem in den momentan zelebrierten Talkshows eines offensichtlich. Wirtschaftswissenschaftler sind sich beim Euro wundersame Weise einig. Die drei Optionen zur Lösung des „Griechenland Problems“ sind alle tragisch. Die einzige Option, der Verkauf griechischer Vermögenswerte, wie Inseln, etc. ist politisch schwer durchsetzbar.

Somit wird es zu einer Auflösung der europäischen Währungsunion kommen.  Entweder durch weitere Aufweichung des Euros mittels illegaler Rettungsaktionen oder durch einen Eurobond. Auch die Diskussion um einen Währungsfond ist für Europa als Ganzes schädlich, denn so ein Fond macht wirtschaftlich keinen Sinn. Er dient nur den starken Euroländern als eine zusätzliche Machtplattform. Dieses werden sich die kleineren Länder aber nicht gefallen lassen.

Die schwierigste, aber sauberste Lösung wäre der Austritt Griechenlands aus der Eurozone. Sofort nach dem Austritt würden aber auch andere Länder in der Eurozone fallen. Der Euro würde rapide an Wert verlieren und die Zone auseinanderbrechen. Dies hätte bürgerkriegsähnliche Zustände in vielen Euroländern zur Folge. Übrigens ist dies auch für den Fall eines griechischen Sparprogrammes zu erwarten. Diese Maßnahme würde eine Depression in Griechenland herbeiführen, obwohl das Land eigentlich wirtschaftlich gut dasteht. Es ist nur unfähig, seine Steuern einzutreiben. Die aus dem Sparen entstehenden deflationären Schocks würden sich in Wellen von Griechenland über die ganze Eurozone hinweg ausbreiten und den Euro ebenfalls in Gefahr bringen.

Wie gesagt, alle Optionen sind schlecht, denn Europa wird nicht die politische Kraft haben, sich aus dieser Situation mit Anstand und Integrität zu befreien. Es steht für die Volkswirtschaften zu befürchten, dass ein langsamer Tod der Währungsunion bevorsteht.


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Posted in: News

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