Thema Währungsreform: Keine Zeit, um die Nerven zu verlieren
Viele Nachrichten – falsche Fährten und keine Beweise
Nach vielen Wochen des Diskutierens um eine eventuelle Währungsreform tauchten gestern die angeblich ersten Beweise auf! "Beweise", die die genaue Vorgehensweise der Einführung der DM2 darstellen. Angekündigt wurden sogar Bilder der DM2, die diese Quellen aber bis heute noch schuldig blieben.
=> In dieser Krise zeigt sich, dass es wichtig is, nicht nur Informationen zu haben, sondern seine Quellen auch zu verifizieren.
Viele Internetseitenbetreiber tun dies jedoch nicht. Dies ist um so schlimmer, als Journalisten oftmals einfach von Blogs abschreiben, ebenfalls ohne die Informationen zu überprüfen. Nach Jahren der Desinformation durch die Medien nimmt man es mit der Hauptarbeit des Journalismus eben nicht mehr so ernst.
Zurück zum Thema Währungsreform:
So sehr ich mir dieses Szenario für die Eurozone wünschen würde, da es viele Probleme lösen würde, so sehr unwahrscheinlich ist es jedoch leider auch. Somit stellt sich dem "virtuell vermögenden Bürger" die immer schwieriger werdende Frage was zu tun ist.
=> Durch die Verunsicherung und Fehlinformationen aller Seiten, ist dies nicht leichter geworden!
Die Entscheidung was nun zu tun ist - ist noch schwieriger geworden.
Um für sich selbst einen klaren Kopf zu erhalten, fragen Sie sich doch selbst:
=> Seit wann haben Politiker in dieser Krise etwas gemacht, das wirklich Sinn macht?
Nicht einmal vor der wichtigen Wahl am letzten Wochenende ließ Frau Merkel von den Rettungsaktionen ab. Natürlich kann das Kalkül sein. Vielleicht möchte sie die Ausgangsposition Deutschlands verbessern? Aber mit größerer Wahrscheinlichkeit ist auch dies "Wunschdenken" meinerseits.
Eine Wiedereinführung der DM mag zwar auch ich nicht ausschließen, aber noch weniger möchte ich mich von zweifelhaften Quellen leiten lassen.
Wer nicht schon seit langem auf die momentanen Geschehnisse vorbereitet ist, der sollte sich doch auch jetzt nicht zu Panikreaktionen verleiten lassen. Vor allem stecken Sie bitte keine Menschen mit Panik an, die gar nicht verstehen was hier passiert. Denken Sie zum Beispiel auch an die "ältere Dame", die in Ihrem Leben noch nie Gold und Silber gekauft hat und all ihr Erspartes auf (in) der Bank hat. Diese arme Person hat unter Umständen garnicht den Mut etwas zu tun! Dieser Typus Mensch findet sich im Ernstfall besser damit ab, dass plötzlich alles weg ist, als mit tagelanger Angst und Aufregung! Der Herzinfarkt ist hier wahrscheinlicher, als eine neue DM, die schon mehrmals angekündigt wurde, zuetzt für Ostern.
Jetzt suchen eben diese Menschen nach einer Möglichkeit sich der Fehleinschätzung zum "Market Timing" nicht stellen zu müssen. Alle langen Wochenenden sind potentielle Gefahrenpunkte, an denen eine neue DM eingeführt wird! Dabei spielt es dann auch keine Rolle, dass man die Zeit dann nichteinmal nutzen will, und die Reform erst am Freitag ankündigt. Dass allerdings wäre schon fast als Beweis zu bewerten, denn Politiker haben eben nur ein beschränktes Hintergrundwissen.
Nun ist es im Leben so, dass man vorbereitet in etwas hineingeht oder eben blauäugig. Panik ist jedoch sinnlos! Deswegen brechen zum Beispiel Aktien ein und aus genau diesem Grund verlieren Menschen Vermögen. Hätte man sich rechtzeitig mit dem realen Wert der Anlage beschäftigt, dann hätte man sich die Panik gespart. Vor allem aber hilft die Aufheizung der Stimmung nicht dazu bei, die Lage eventuell in den Griff zu bekommen. Diese stellt sich wie folgt dar:
Der Euro steht unter dem Angriff der US Investment Firmen und Heuschrecken. Doch noch versuchen sich Spanien und andere Länder gegen die Angriffe zu wehren. Auch wenn es aussichtslos erscheint, so sollte man nicht noch Öl ins Feuer gießen. Vielleicht sollten wir diesen Ländern und deren Staatsbürgern eine kleine Chance einräumen. Es kann zumindest nicht schaden, denn nach einem Übermaß an Solidarität der letzten Jahrzehnte macht dies praktisch keinen Unterschied mehr.
Generell benötigen wir mehr Solidarität zwischen den europäischen Bürgern, denn die Politiker sind scheinbar schon solidarisch vereint. Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter rennen hier hinterher und lassen sich schon lange von den Regierenden an der Nase herumführen. Meines Erachtens nach sind vor allem die Gewerkschaften nutzlose, teure und ungemein gefährliche Instrumente, die in dieser Krise nichts getan haben, um weitere Bankenexzesse zu vermeiden. Dabei wäre es im Interesse der Arbeitnehmervertreter gewesen, diesen Blutsaugern das Handwerk zu legen. Somit gefährden sie sogar noch die Bestrebungen des einzelnen etwas zu verbessern, da sie letztendlich den Interessen der Staatsgemeinschaft zuwiderlaufen und auch die Informationslethargie der Bevölkerung weiter promoten. Aber lieber rennen die Menschen jetzt blind in Gold und Silber, aus Angst um eine neue Währung, als dass sie von ihren Vertretern mehr einfordern oder eben keine Beiträge mehr entrichten. Dabei wäre dies wohl langfristig die besser Wahl, denn sollte wirklich eine Reform kommen, dann wird sicher auch ein Goldverbot hinzukommen.
Lassen Sie uns aber auch die aktuelle Sachlage nüchtern analysieren:
- Der Dollar hat in den letzten Tagen fast 20% abgewertet (gegen Gold)
- Der Euro ist auf einer Berg und Talfahrt
- Es gibt viele Treffen von Zentralbänkern und Vertretern der EU, des IMFs und Investoren
- Irgendetwas wird demnächst passieren. Dies ist eindeutig. Die Frage ist also "wann" und "was".
Market Timing ist unheimlich schwierig, sei denn man hat Insider Informationen. Sich aber von falschen Wahrscheinlichkeiten und zweifelhaften Quellen leiten zu lassen, dies liegt mir persönlich nicht. Dabei wären alle angeblichen Beweise einfach auf Herz und Nieren nachprüfbar gewesen. So hätte man ja einfach mal die Anzahl der Laster mit den angeblich neuen Banknoten filmen können! Heute, da jeder ein Handz mit Kamera hat, da gibt es Bilder von allem. Leider nur wenige Bilder von der DM2, oder ihren angeblich tausenden von Transporten. (Natürlich kann ich mich irren und man führt das Bargeld erst später ein, aber darum geht es eigentlich nicht.)
Seit Jahren habe ich Menschen dabei geholfen, sich nach ihren Möglichkeiten auf die heutigen Geschehnisse vorzubereiten und immer wieder habe ich gesehen, dass Panik zu unüberlegten Handlungen führt. Doch wer einmal in eine Sackgasse gerannt ist, der muss dort erst einmal wieder herauskommen. Wer sich mit dem Euro auf der Bank bisher sicher gefühlt hat, der sollte dieses Gefühl auch weiterhin genießen, denn er hat sich bisher ja recht wenig mit der Realität des Geldsystems auseinandergesetzt. In Spanien machen sich die Menschen da garkeine Gedanken, obwohl ihr Geld im Leben schon oft abgewertet wurde!
Natürlich kann man schon nervös werden, wenn plötzlich alle ins Gold und Silber rennen. Doch sollte man auch seine Quellen stets verifizieren. So gibt es kaum Photobeweise für die angebliche DM. Auch die Polizei und die Banken verkünden eine gewisse Normalität. Heute wird dann auch noch der Bundesbankpräsident als Nachfolger für Jean-Claude Trichet erwogen. Besser kann es eigentlich für Deutschland kaum laufen, zumindest kurzfristig.
Aber ganz klar hat der Euro an Attraktivität eingebüsst. Dies war dringend notwendig, um eine Anpassung des US Dollars zu ermöglichen. Das internationale Währungssystem steht auf wackeligen Beinen und nur eine gemeinsame Abwertung hilft die Stabilität noch eine Weile aufrecht zu erhalten.
Sollte am Ende des Tages wirklich eine Währungsreform durchgeführt werden und die DM2 oder was auch immer auftauchen, dann ist auch das nicht der Untergang. Es ist nur ein kleiner weiterer Schritt in dieser Krise in der die Vermögen der tatsächlichen Leistung der letzten Jahrzehnte angepasst werden.
Wenn Sie wirklich noch etwas tun wollen, dann gehen Sie noch einmal einkaufen! Kurbeln Sie die Wirtschaft an und nicht nur die Finanzwirtschaft. Dies ist für alle Krisenszenarien die beste und sicherste Möglichkeit Ihr Geld doch noch für sich selbst auszugeben!